In einer Großküche stand vor einigen Jahren der Kochblock im Nebel. Unter einem der Kochkessel war eine Dampfleitung angefressen und durchgerostet, der Dampf aus der Leitung verbreitete sich im Raum. Nach viel Mühe, Händen, die beim Schweißen leicht angebrannt wurden und einer langen Nacht war der Schaden behoben. Der Schaden am Rohr ist bei der Geschichte das Interessante. Die Leitung ist von außen nach innen zerfressen, nicht von innen nach außen, wie man es sonst von Wasser- oder Heizungsleitungen kennt. Durch den Zement im Betonfundament, die Hitze und die feuchte Umgebung oxidierte das Rohr, bis die gut 4 mm Eisen an der dünnsten Stelle aufgelöst waren. Für mich war das damals und auch heute ein gutes Bild. Wir leben in einer Welt, einer Umgebung, die uns oft viel Kraft kostet und an uns „nagt“ - Am Arbeitsplatz werden Entscheidungen getroffen, die mich „anfressen“ oder das Arbeitspensum ist so hoch, dass ich unter der „Hitze“ fast auseinanderbreche. Sorgen knabbern an mir und die ganze Sache mit Corona bringt mich mittlerweile in aggressive Umgebungen und Situationen und ich muss viel Kraft aufbringen, richtig zu reagieren. Diese Lage ist für Menschen, die mit Gott unterwegs sind, nicht neu. Im Alten Testament wird von Elisa ein markanter Satz berichtet: ( 2.Könige 6,16 ) Fürchte dich nicht, denn derer sind mehr, die bei uns sind, als derer, die bei ihnen sind!“ Elisa und sein Diener waren in der Stadt Dotan unter der Belagerung durch die Aramäer. Diese hatten es auf Elisa abgesehen und waren mit einer großen Streitmacht aufgezogen, um ihn gefangen zu nehmen. Elisas Diener war mehr als „angefressen“ bei dem Anblick der feindlichen Armee, er geriet in Angst und Panik. Hier hinein fällt der Satz von Elisa: „Fürchte Dich nicht!“ Als zweiten Satz bittet Elisa, dass Gott dem Diener die Augen in einer besonderen Weise öffnet. Mit einem Mal sieht dieser, dass Gott ihn und Elisa nicht allein gelassen hat, sondern dass um das feindliche Heer ein Engelheer, viel größer und mächtiger steht. – Welch ein Anblick. - Dem alten Dampfrohr hätte es damals nichts gebracht, wenn wir ein Dichtungsband oder einen Anstrich drüber gepinselt hätten. Die Belastungen in dem aggressiven Umfeld wären immer stärker gewesen. Nur ein Austausch des Rohres und die richtige Materialwahl haben zum Ziel geführt. Elisas Diener mussten erst die Augen geöffnet werden, dass Gott immer alles in der Hand hat, egal in welcher Situation wir stehen und egal wie stark wir angefressen werden. Aus Eigener Kraft können wir den äußeren Angriffen nicht widerstehen. Deshalb ruft Paulus damals den Ephesern und uns heute zu: „Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.“ Das ist ein lebenslanges Lernen und Arbeiten, sich immer wieder auf Gottes Kraft, sein Eingreifen, seinen Zeitplan mit meinem Leben zu verlassen. Er hat ein neues Leben mit uns begonnen und wird uns auch in dunklen Situationen, die uns anfressen und auslaugen wollen, nicht im Stich lassen, sondern uns mit seinem Schutz ausrüsten, reinigen und verändern. Ach ja, das reparierte Dampfrohr gibt es heute, nach über 20 Jahren immer noch und sorgt dafür, dass viele Menschen täglich Essen im Altenheim in Gudensberg bekommen. In dem Sinne, allen ein: „Fürchte dich nicht, denn derer sind mehr, die bei uns sind, als derer, die bei ihnen sind!“ Für die neue Woche und darüber hinaus einen Blick, der mehr sieht als was vor Augen ist.
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