Das Jahr geht zu Ende. Vieles ist passiert. Manches hast du angefangen, manches geschafft – und anderes ehrlich gesagt aufgeschoben. Vielleicht gibt es Pläne für das neue Jahr. Vielleicht auch Projekte, die schon länger liegen geblieben sind.
Kennst du diese Situation aus dem Baumarkt? Man geht nur „mal schauen“ – und kommt mit vollen Händen zurück. Holz, Farbe, Werkzeuge. Die Ideen sind groß. Doch Jahre später liegen die Latten draußen, verfault. Die Farbe ist eingetrocknet. Das Projekt wurde begonnen, aber nie beendet. Am Ende bleibt Frust: schade um Zeit, Kraft und Geld.
Oder denk an einen Garten: Wenn man das kleine Unkraut früh entfernt, bleibt alles übersichtlich. Lässt man es wachsen, wird es irgendwann zu viel.
Was nicht zu Ende gebracht wird, wächst uns manchmal über den Kopf.
So ähnlich war es bei Josua (Josua 11,22) . Bei der Einnahme des Landes ließ er in einer Stadt eine kleine Gruppe von Feinden zurück. Die Bibel berichtet das nüchtern, ohne Vorwurf. Jahre später kam aus genau diesem Ort Goliat hervor – ein Riese, gegen den David kämpfen musste.
Die Bibel zeigt hier ein wichtiges Prinzip: Was wir stehen lassen, wirkt weiter. Unerledigte Dinge verschwinden nicht einfach. Manchmal kommen sie später zurück – größer und belastender. Und nicht selten müssen andere dann die Folgen tragen.
Warum Josua nicht alles zu Ende brachte, wissen wir nicht genau. Vielleicht war er müde. Vielleicht unterschätzte er die Gefahr. Vielleicht war sein Auftrag an dieser Stelle einfach begrenzt. Es gibt keinen Tadel – aber es gibt eine Konsequenz.
Auch andere biblische Geschichten zeigen das: Lot zögerte beim Aufbruch. Das Volk begann den Tempelbau und legte ihn jahrelang wieder beiseite. Immer wieder gilt: Halbherzigkeit hat Folgen.
Die geistliche Dimension
Paulus schreibt am Ende seines Lebens: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet.“ Entscheidend ist nicht nur ein guter Start, sondern ein treuer Weg bis zum Ziel. Durchhalten kostet Kraft – aber Gott gibt sie.
Jesus selbst spricht davon, vor dem Bauen die Kosten zu überschlagen. Begeisterung allein trägt nicht. Wer sich bindet, sollte bewusst entscheiden und Gott einbeziehen.
Und schließlich Jesus am Kreuz: „Es ist vollbracht.“ Er hat seinen Auftrag nicht abgebrochen, sondern vollendet. Darauf gründet unser Glaube.
Praktische Impulse zum Jahreswechsel
Welche Dinge sollte ich jetzt zu Ende bringen, damit sie später nicht größer werden?
Welche „Unkräuter“ dulde ich in meinem Leben?
Wo braucht es Klärung, Versöhnung oder einen mutigen Schritt?
Welche Zusagen habe ich gemacht – und halte ich sie?
Wo kann ich treu bleiben im Glauben und im Alltag?
Bringe Dinge zu Ende, gleich zu Beginn des neuen Jahres.
Nicht aus Perfektionismus, sondern aus Verantwortung. Gott geht diesen Weg mit dir.
Ein reich gesegentes 2026
Danke für das Bild von Maria auf Pixabay